Hand aufs Herz, jeder hat sich schon einmal von einem Hype mitreissen lassen und später festgestellt, dass es sinnvoller gewesen wäre sich von dem Geld etwas anderes zu kaufen. Auch mir ist das schon häufiger passiert. Was meine persönlichen Fehlkäufe waren, was ich daraus gemacht habe und wie ihr nicht in die gleichen Fallen tappt, verrate ich euch in diesem Beitrag.

Fehlkäufe macht jeder einmal. Manchmal kann man sie total gut verkraften und ein anderes Mal ärgert man sich schwarz über das unnötig ausgegebene Geld. Seit ich mit dem Häkeln begonnen habe, habe ich schon ein paar Mal Sachen mit nach Hause gebracht, die sich für mich als unpassend oder unbrauchbar herausgestellt haben.

So vermeidest du Fehlkäufe bei Wolle und Co- Meine Fehlkäufe

 

Warum sehen Dinge im Laden so viel besser aus- oder wie lassen sich Fehlkäufe vermeiden?

Im Laden, Onlineshop oder bei Instagram sieht es toll aus, und irgendwie ist es gefühlt auch omnipräsent, dieses eine Produkt. Fehlkäufe gibt es nicht nur bei Kleidung- auch im Hobbybereich kann man ganz schön viel Geld für Material und Werkzeug versenken, dass man niemals benutzt. Aber wie kommt es eigentlich, dass man sich eindeckt mit Material und erst viel später realisiert, dass diese Investiton vielleicht keine gute Idee war. Und noch viel wichtiger, wie vermeidet ihr falsche Anschaffungen.

Ich habe in meiner ganzen Handarbeitskarriere immer wieder Nadeln gekauft, die ich später nicht mochte und auch schon mehrere Knäule Wolle aussortiert, weil sie bei mir nur ein trauriges Dasein als Mottenfutter im hinteren Schrankteil geführt haben. Rückblickend waren immer wieder die gleichen Faktoren ausschlaggebend für falsche Kaufentscheidungen.

Wissen über Material und Werkzeug

Ich habe mich anfangs nicht so wirklich mit den Hintergründen von Material und Werkzeug auseinandergesetzt. Oder besser, ich musste mich blind darauf verlassen, was andere mir erzählt haben. Das kann gut gehen und man bekommt wirklich tolle Empfehlungen, allerdings kann es auch in unnötigen Anschaffungen enden. Ich habe mich beispielsweise beim Nadelkauf oft von Empfehlungen beeinflussen lassen und Geld ausgegeben für Nadeln, die ich gar nicht gerne benutze. Im Fall von ergonomischen Nadeln bekam ich schlussendlich auch Schmerzen in der Hand. Inzwischen habe ich aber einiges mehr gelernt und verstanden, beispielsweise wie man die Nadel beim Häkeln halten kann und welchen Einfluss und welche Anforderungen das an die Nadeln stellt. So bin ich zumindest vor falschen Kaufentscheidungen durch Unwissenheit besser geschützt.

Selbstbeobachtung- Vorlieben und Neigungen kennen schützt vor Fehlkäufen

Welche Farben trage und verarbeite ich am liebsten, wie halte ich meine Nadel, welches Material nutze ich gerne. Wenn ihr tief in euch hinein hört, merkt ihr schnell, womit ihr euch wohlfühlt und was ein No-Go ist. Natürlich heißt das nicht, dass ihr nichts Neues mehr ausprobieren sollt und bis ans Ende eurer Handarbeitskarriere in eurer ComfortZone herumdümpeln sollt. Aber, wenn ihr merkt, dass ein Material für euch gar nicht funktioniert, dann wird es auch in einer anderen Farbe nicht besser. Und wenn ihr keine Farbverläufe tragen mögt, kann das Garn noch so schön sein, vermutlich wird das Stück nicht so häufig ausgeführt.

Beobachtet euch selbst auch im Hinblick, was ihr gerne kauft und später nie benutzt. Wenn ihr eure eigenen Schwächen, Stärken und Bedürfnisse kennt, reduziert ihr Fehlkäufe.

Einfluss von Außen- Was spielt bei einer Kaufentscheidung eine Rolle

Social Media ist in dieser Hinsicht wirklich fies. Auf schönen Bildern seht ihr noch schönere Garne oder tolle Nadeln und bekommt so richtig Lust auf genau das. Je häufiger ihr das Gleiche seht, desto schwerer wird es stark zu bleiben. Wisst ihr was? Selbst mir passiert es häufig, dass ich mich von Instagram oder Pinterest in meinen Kaufwünschen beeinflussen lasse- und das obwohl ich im Grunde verstanden habe, wie diese Kaufimpulse zustande kommen.

Bei Einflüssen von Außen bin ich inzwischen nicht mehr ganz zu anfällig. Hintergrundwissen und das was ich über mich selbst und meine Vorlieben gelernt habe, helfen mir schon ganz gut weiter. Und falls ich doch etwas haben möchte, weil ich es so interessant fand, dann schreibe ich es mir auf eine Wunschliste und warte ein paar Tage, bevor ich es wirklich kaufe.

So vermeidest du Fehlkäufe bei Wolle und Co

Meine eigenen Fehlkäufe

Natürlich habe ich auch schon das eine oder andere Mal so richtig ins Klo gegriffen mit meinen Kaufentscheidungen. Das ist normal und mit jedem Mal habe ih etwas daraus gelernt. Wo ich mich so richtig Falsch entschieden habe und was ich schlussendlich damit gemacht habe, verrate ich euch im Folgenden.

Billigwolle- Kunstfasern und schlechte Qualität

Gerade zu Beginn meiner Häkel- und Handarbeitskarriere hatte ich keine Ahnung von Garn. Wolle war Wolle und meine Prioritäten lagen auf den Gesichtspunkten Gefällt mir die Farbe? und Kann ich mir das leisten? Zusammensetzung und Qualität standen an zweiter Stelle. Erst ein paar Decken und ungeliebte Kleidungsstücke später kam die Erkenntnis, Poly allein macht auch nicht glücklich. Ich hatte zwar pro Knäuel Geld gespart, allerdings habe ich Geld für Dinge ausgegeben, die ich nicht benutzen wollte. Damit war mein Finanzplan auch hinfällig.

Danach habe ich mit eine Strategie zurecht gelegt, wie ich auch mit kleinem Budget tolle Garne kaufen konnte. Meine Garne in schlechtere Qualität habe ich dann meinem Jugendhaus gespendet, wo es bis heute zum Flechten von Freundschaftsbändern genutzt wird. Falls ihr auch Material habt, dass ihr nicht mehr benutzen Wollt, dann schaut doch mal bei meinem Beitrag übers Garne spenden vorbei. Auch wenn ihr euch nicht darüber freut, vielleicht tut es ja jemand anderes.

Falsche Farben

Ich hab relativ lange gebracht um zu kapieren, dass Garne mit Farbverläufen gar nicht meins sind. Ich finde Farbverläufe unruhig und oft gefallen sie mir nicht. Allerdings finde ich sie im Laden und als Strang super. Das Ende war, dass ich viele Farbverlaufsgarne, auch von Handfärbern, zuhause hatte und einfach nichts damit machen wollte.

Gleiches galt auch für Farben außerhalb meines üblichen Kleidungsstils. Grau, Schwarz und Senfgelb sind die Hauptfarben in meinem Kleiderschrank. Die Chancen stehen nicht gut, dass ich rote, grüne oder violette Accessoires jemals tragen werde, darum habe überlege ich mir mehrmals, welche Farben wirklich mit in den Einkaufskorb dürfen.

Diese Garne habe ich auch entweder gespendet oder verarbeitet und dann die fertigen Stücke verschenkt. So konnte ich zumindest anderen damit eine Freude machen, auch wenn ich mit dden Farben nichts anfangen konnte.

Schlechte, nicht passende Häkelnadeln

In Häkelnadeln habe ich schon einiges an Geld investiert. und einiges davon hätte ich definitiv cleverer ausgeben können, wenn ich mich mal ein bisschen eher damit beschäftigt hätte, woran ich die individuell passende Nadel erkennen kann und worauf ich beim Kauf achten muss.

Und damit will ich nicht einmal sagen, dass günstige Nadeln das Problem sind, sondern Nadeln die nicht zur eigenen Handhaltung und zu den Vorlieben passen. Besonders schmerzhaft ist das im höherpreisigen Segment.

Ergonomische Häkelnadeln

Irgendwann kam es in der Handarbeitsszene auf, dass ergonomisch geformte Nadeln das Häkeln ungemein erleichtern. Da ich ja oft das Häkelzeug in der Hand habe, dachte ich damals, dass es einen Versuch wert wäre. Ein paar ergonomische Nadeln von verschiedenen Herstellern später kann ich immerhin sagen, dass gebogene Nadeln mir mehr Probleme machen, als sie lösen.

Die hochwertigeren Modelle habe ich später Stück für Stück verschenkt oder getauscht, so haben sie dann noch noch ein erfülltes Werkzeugleben verbringen können.

Luxus-Holznadeln

Der wohl schmerzhafteste Fehlkauf meiner Sammlung (bis heute zumindest) ist ein super hochwertiges Nadelset aus Rosenholz. Die Nadeln sind wunderschön und ich werde sie sicher nicht aus der Hand geben, da sie ein Geschenk von einer mir wichtigen Person waren. Und trotzdem- oder auch gerade desswegen tut es mir so unendlich leid, dass ich sie nicht so nutze, wie sie gedacht waren. Das Problem an diesen Nadeln ist nicht, dass ich mit Holzspitzen nicht arbeiten könnte, sondern dass mir die feinen Nadelstärken zu dünn sind und ich einen extra Griff bräuchte. Da ich mich aber bei Nadeln ohne Griff extrem verkrampfe beim Häkeln, kann ich vom ganzen Set nur die größeren Nadeln mit einem breiteren Griffteil verwenden.

Ornament-Häkelnadeln

Hier bin ich ein echtes Opfer vom „oh mein Gott, sehen die toll aus“-Gedanken geworden. Die Nadeln sind aber auch schicke Teilchen: pastellfarben, Metallspitze und eine tolle Form. Der Haken: Der Griff ist ergonomisch geformt und überhaupt liegt er nur schlecht in der Hand (zumindest bei mir). Mein Glück, und der Grund warum ich diese Nadeln doch nicht hergeben würde (und sie sogar trotz funktionalem Totalausfall ein bisschen liebe) ist, dass sie extrem fotogen sind und ich sie wirklich günstig bekommen habe. Falls ihr mehr über diese Nadeln wissen wollt, lest euch doch mal den dazugehörigen Materialguide dazu durch.

So vermeidest du Fehlkäufe bei Wolle und Co

Maschenmarkierer

Meine ersten Maschenmarkierer waren ein totaler Fehlkauf. Es war ein Einkauf, den ich ziemlich zu Beginn meines Hobbys getätigt habe. In einer Anleitung wurde ein Maschenmarkierer empfohlen und ich bin in den nächsten Wollladen um einen zu kaufen. Wieder zuhause wusste ich dann aber gar nichts damit anzufangen, denn der Marker hatte einen geschlossenen Ring als Aufhängung. Damit war er für meine Häkelprojekte nicht geeignet. Ich wusste damals einfach nicht, dass man bei Maschenmarkierern als Häkler darauf achten muss, dass man die Markierer auch wieder aus dem Gewebe bekommt, bzw. dass es verschiedene Hängermöglichkeiten gibt.

Habt ihr auch schon mal so richtig ins Klo gegriffen und etwas fürs Hobby gekauft, das sich im Nachhinein als totale Fehlentscheidung herausgestellt hat? Was habt ihr damit gemacht- oder habt ihr noch mehr Tipps, wie man Fehlkäufe vermeidet?

So vermeidest du Fehlkäufe bei Wolle und Co
So vermeidest du Fehlkäufe bei Wolle und Co

2 Comments on So vermeidet ihr Fehlkäufe bei Wolle und Co- Tipps und Tricks

  1. Danke dir für die ganzen Tipps. Ich hab auch schon den ein oder anderen Fehlkauf hinter mir. Ich versuche die Sachen dann schnell wieder zurückzugeben, oder weiter zu verschenken. Trotzdem ist sowas einfach nur ärgerlich.

    Viel Liebe für dich
    Lore

    • Hallo Lore,
      weiterverschenken ist natürlich auch immer eine gute Idee. Ich glaube jeder von uns hat schon solche Fehlentscheidungen hinter sich. Sie sind Ärgerlich. Aber es klingt ja ganz so, als ob du eine Möglichkeit gefunden hast, zumindest die Finanzielle Seite ein wenig im Griff zu behalten.

      Liebe Grüße

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