Kann günstige Wolle hochwertig sein? Wie du auch mit kleinem Budget einen Stash aus Markengarn und hochwertigen Fasern anlegst, erfahrst du in diesem Beitrag.

Qualitativ hochwertige Garne, gerade wenn sie tierleidarm produziert sind, sind teuer. Jedenfalls ist so oft das gängige Vorurteil- was wirklich dran ist, und wie ihr hochwertige Garne günstiger bekommen könnt, dem gehe ich in diesem Artikel näher auf den Grund.

Es gibt einige Reizthemen, über die ich bisher bewusst nie geschrieben habe. Wieviel gutes Garn kosten darf ist eines der Themen. In den verschiedenen Facebookgruppen ist dieses Thema ein Garant für Streit.

Ich selbst bin ein Fan von hochwertigen Materialien. Immer wichtiger wurde für mich dabei auch der Nachhaltigkeits-Aspekt. Zusätzlich unterstütze ich gerne lokale Händler und Hersteller, die für mich glaubhaft machen können, dass ihnen die Tiere und Arbeitskräfte wichtig sind. Das kostet nachvollziehbarerweise auch etwas mehr Geld. Ich gehe Vollzeit arbeiten und weiß, dass ich aktuell finanziell ein bisschen priviligierter leben kann (wofür ich mehr als nur dankbar bin).

Aber auch ich war mal Studentin mit einem Mini-Job, Rechnungen die bezahlt werden wollen und einer Fernbeziehung. Also ziemlich wenig Geld fürs Häkeln oder Handarbeiten. Und auch meine erste Stelle nach dem Studium brachte nun nicht gerade den finanziellen Überschuss ein, den ich gerne gehabt hätte. Und trotzdem konnte ich mir die ganze Zeit Material leisten.

Reizthema Geld- Häkeln trotz kleinem Budget, wie geht das?

Ich kann voll und ganz verstehen, dass man bei Sätzen wie „dann kaufst du halt weniger Material, aber dann halt besseres“ an der Decke hängen kann. Immerhin geht es hier um ein Hobby, eine Leidenschaft, eine Beschäftigung der man einfach gerne nachgeht und sich dabei gut fühlt. Wer nicht viel Geld zur Verfügung hat, für den ist der finanzielle Spielraum pro Knäuel sehr eng. Und wer viel und gerne häkelt und handarbeitet bringt auch einige Meter im Monat durch.

Günstige Garne= Schlechte Qualität? Wie bekommt man für wenig Geld gutes Material?

Zum Glück gibt es auch genug Garne für kleines Geld. Einer meiner ersten Fehler war, dass ich nur auf den Preis geachtet habe, also hatte ich schnell eine ganze Menge NoName Garne zuhause, die billig waren- und mit billig meine ich nicht den Preis. Qualitativ war das Garn einfach nur schlecht. Es fasste sich nicht gut an und sah auch nicht gut aus. In dieser Zeit habe ich extrem viel gehäkelt, allein drei Decken sind in der Zeit fertig geworden. Aber das meiste habe ich nicht gerne getragen und irgendwann entsorgt. Ich hatte zwar viel Material und viele fertige Stücke, aber rückblickend betrachtet hätte ich mein Geld auch gleich anderweitig ausgeben können. Dabei muss gutes Material nicht unbedingt teuer sein.

Hochwertiger Stash für kleines Geld- so klappt es

Irgendwann kam ich zu dem Punkt, an dem mich das „handarbeiten für die Tonne“ angenervt hat. Ich habe bemerkt, dass ich meinen Wollschal (der mich ein Vermögen gekostet hat), häufiger trage als manch anderes Stück. Den Schal habe ich übrigens bis heute.

Überblick über das aktuelle Budget schaffen

Zu Beginn stand der Blick auf meine Finanzen an. Ich habe durchgerechnet, wieviel Geld ich für Garne bisher ausgegeben habe und wieviel Geld ich überhaupt so pro Tag übrig habe. Das hat mir tatsächlich sehr geholfen einen Überblick zu gewinnen. Pro Tag hatte ich unterm Strich knapp einen Euro für Wolle übrig. Das Geld habe ich gleich zu beginn des Monats beiseite gelegt und in eine extra Dose gepackt. Wann immer ich am Ende des Monats etwas übrig hatte, das nicht verplant war, landete auch das in der Box. Auch habe ich regelmäßig nachgerechnet ob mein Budget noch passt, oder ob sich etwas geändert hat.

Eigenen Stash sichten und verarbeiten

Ich hatte ja schon einiges an günstigem Garn. Das habe ich neu gewickelt und Stück für Stück verbraucht oder weggegeben- was es mir leichter gemacht hat, etwas länger als einen Monat gar kein neues Material zu kaufen (und meinen finanziellen Puffer vergrößert hat).

Sale und Restposten- günstige Wolle aus dem Fachhandel

Statt nach günstiger Wolle zu suchen, habe ich begonnen nach reduzierten Garnen ausschau zu halten. Unser Supermarkt hat sich hier als guter Dealer herausgestellt. Hochwertige Sockengarne konnte ich hier immerwieder finden. Ansonsten war das Sale- und restposten Eckchen in Wollläden eine wahre Fundgrube. Für 50 € fand ich schönes Baumwollgarn aus dem ich meine graue Häkeldecke machen konnte, die mich bis heute begleitet.

Geschenke und Gutscheine als Unterstützung fürs Budget

In der Zeit habe ich mir zu Weihnachten, Ostern oder meinem Geburtstag Gutscheine vom Wollladen gewünscht. So hatte ich zwischendurch immer wieder die Möglichkeit mein eigenes Budget zu sparen.

Onlineshops und Lagerverkauf- günstige Garne direkt beim Hersteller kaufen

Ich mag es Material anzufassen, daher kaufe ich wann immer es geht lokal. Aber manches Mal findet sich in Onlineshops das ein oder andere super Angebot. Es gibt auch Hersteller, die direkt vertreiben und so eine relativ hohe Qualität an Material bieten und dennoch kleine Preise bieten. Aber auch normale Onlineshops haben eine Sale-Ecke, die sich wirklich lohnt.

Wer in der Nähe eines Herstellers wohnt oder bei einem vorbei kommt, für den gibt es auch noch die Möglichkeit einen Lagerverkauf zu besuchen. Dort lassen sich auch noch Schnäppchen finden. Wer es nicht so genau nimmt, kann bei einigen Herstellern ein gutes Geschäft bei Garnen zweiter Wahl machen.

Geld sparen mit Flohmarktgruppen und Gewinnspielen

Das ist eine Alternative, die ich wirklich noch nicht ausprobiert habe. Hin und wieder findet ihr Material in Flohmarktgruppen bei Facebook- da ist auch einiges dabei, was qualitativ überzeugt.

Eine andere Möglichkeit ist, regelmäßig bei Gewinnspielen mitzumachen (ok, hier braucht ihr echt eine Menge Glück). Die Garne die verlost werden sind meistens richtig hochwertig.

Mein Fazit: So könnt ihr beim Garn richtig sparen

Es ist natürlich nicht leicht, „wenig Geld“ und „hochwertiges Material“ unter einen Hut zu bekommen- und es schreibt sich leichter, als es umzusetzen ist. Aber unterm Strich war es für mich die beste Entscheidung. Die Sachen, die ich aus billigem Garn gemacht habe, haben zu 90% nicht überlebt. Ich habe sie nicht getragen oder häufig benutzt. Dadurch habe ich unterm Strich doch viel mehr Geld ausgegeben, auch wenn die einzelnen Materialkosten gering waren, habe ich nicht lange Freude daran gehabt.

Was sind eure Erfahrungen mit günstigen Garnen? Habt ihr noch weitere Tipps, auch für kleines Geld hochwertige Materialien zu finden?

8 Comments on Wolle und Garn günstig kaufen- 6 Tipps zum Geld sparen

    • Im Grunde muss jeder seinen Weg selbst finden. Ich finde es immer schwer, wenn man von außen darauf hingewiesen wird, dass man „nur mal ein bisschn weniger“ oder halt „mal sparen“ müsste. Aber mit ein paar Impulsen wird es vielleicht ein bisschen einfacher.

      Liebe Grüße

    • Wirklich ein schwieriges Thema.
      Aber du hast es sehr gut ausbalanciert. Ich war früher genau so, hauptsache richtig billig. Aber mit der Zeit wurde mir schmerzlich bewusst dass mir mein geliebtes Hobby keine wirkliche anhaltende freude brachte. Ganz zu schweigen von tragbarer Kleidung und Accessoires.

      • Liebe Peggy
        Ja finanzielle Fragen sind immer schmerzvoll- gerade weil man nicht über Geld spricht. Ich habe mich echt lange vor diesem Beitrag gedrückt, weil ich mir bewusst bin, dass es ein Thema ist, das sehr emotional aufgeladen ist- und schnell eskaliert. Von daher freue ich mich über die Rückmeldungen die ich von dir und anderen bekommen habe.
        liebe Grüße
        Jasmin

  1. Ich habe ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht 🙂

    Ein Punkt der mir in Deiner Beschreibung noch fehlt ist Zeit. Im Studium hatte ich mehr Zeit, als jetzt mit Kindern und Job. Da habe ich auch noch mehr große Teile gemacht.

    Gerade im Studium war es aber finanziell enger als jetzt. Ich hatte echt Glück, denn in der Nähe gab es einen Kreativladen, die unter anderem Garne hatten. 2x im Jahr wechselte der Bestand durch (Sommer/Winter) und es wurde heftig reduziert. Da habe ich mich dann für die kommenden Monate eingedeckt.
    Und ich erinnere mich noch, wie ich zu meinem ersten Werksverkauf gefahren bin. Ich stricke sehr gern Socken und da gab es Färbeversuche, Knäuele mit Untergewicht, … an das Glücksgefühl erinnere ich mich heute noch. Und diese Socken trage ich immer noch. (Herrje, die haben fast 10 Jahre auf den Maschen!)

    Also ja, Qualität verlängert das gute Gefühl an den Teilen.

    Liebe Grüße

    • Hallo,
      ja stimmt, den Faktor Zeit habe ich ein bisschen ausgeklammert, gerade auch, weil ich im Studium schon mein zweites Hobby „Mittelalter“begonnen habe- also habe ich schon früh meine Zeit zwischen Häkeln und historischem Handwerk aufgeteilt:-)

      Aber bei Qualität stimme ich dir zu- an meinen hochwertigeren Sachen, habe ich echt bis heute Freude.

      Liebe Grüße

  2. Liebe Jasmin,
    zunächst wollte ich dir endlich einmal zu deinem tollen neuen Blogdesign gratulieren. Mir gefallt es richtig gut. Dein Blogpost Thema ist auch sehr gut. Sehr gute Tipps! Am Anfang kaufte ich auch extrem viel (wenigstens günstig). Mittlerweile gehe ich doch deutlich ausgewählter und je nach Projekt an meine Wollauswahl ran.
    Ich wünsche dir einen schönen restlichen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Fanny

    • Liebe Fanny,
      danke für deinen lieben Kommentar und dein Lob. Ich glaube die extrem günstige Schiene nehmen fast alle einmal- vielleicht auch ein unvermeidliches Handarbeitsschicksal, weil man sich wirklich noch nicht so gut auskennt…und rückblickend würde fast jeder das gerne ändern 😉
      Liebe Grüße
      JAsmin

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