Häkeln und Gesundheit

[Werbung/Einladung von Plus H ] Handarbeit- wozu ja auch das Häkeln gehört, hat viele gesundheitserhaltende und –fördernde Effekte. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich hier einen Artikel auf dem Blog veröffentlicht habe, in dem ich euch 5 Gründe genannt habe, warum Handarbeiten gut für die Gesundheit sind.

Häkeln als Prävention- wie du durch Häkeln gesund bleiben kannst

Vor kurzem wurde ich von Plus H zu einem Vortragstag zum Projekt Sinnvoll eingeladen und habe mein bisheriges Wissen noch ein bisschen vertiefen können. Was ich erfahren habe und wie Häkeln euch helfen kann, gesund zu bleiben, verrate ich euch heute.

Handarbeiten, wie Häkeln und Stricken und Gesundheit ist ein spannendes Themenfeld, wie ich finde- gerade weil ich selbst als Pädagogin arbeite und persönlich der Meinung bin, dass kreative Prozesse die Entwicklung fördern können. Ich finde es bedenklich, dass kreative Projekte und Fächer, aber auch Sport immer häufiger Abwägungsentscheidungen zum Opfer fallen und gegenüber den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) immer weiter auf dem Rückzug sind. (Das ist ein Thema über das ich Stundenlang schreiben könnte- was ich hier aber nicht tun werde.)

Stress und Krankheiten

Stress- wer von euch kennt ihn nicht? Ich arbeite mit ein bisschen Druck im Nacken am produktivsten und fühle mich damit wohl. Dieser leistungssteigernde Stress wird auch gerne mal als positiver Stress oder auch Eustress bezeichnet. Neben diesem motivierenden Stress, gibt es auch noch eine weitere Variation- den Disstress. Diese Stressform wird als überfordernd und gefährlich wahrgenommen- und sie macht krank, wenn man ihr zu lange und zu häufig ausgesetzt ist. Die Folgen von Disstress reichen bis in die Depression.

Dass Depressionen als „Krankheit“ angesehen und wahrgenommen wird, war bis hier her ein langer Kampf (der auch längst noch nicht erfolgreich geschlagen wurde). Dass aber Depressionen auch zu körperlichen Erkrankungen führen können, ist bisher kaum angekommen.

Dabei sind die Folgen vielfältig, langanhaltend und auch erschreckend, wie ich finde. Die Bandbreite der Komorbidität (= ein vollkommen anderes Krankheitsbild, welches mit einer Grunderkrankung zusammen auftritt) reicht von Verdauungsproblemen über Rückenschmerzen, bis hin zu Kreislauferkrankungen wie erhöhtem Blutdruck. Und auch diese Beierkrankungen können wiederrum zu Folgekrankheiten führen (Im Fall von Bluthochdruck beispielsweise die Demenz).

Führt man sich diese Kette vor Augen, die Stress auslösen kann, und überlegt sich, wie schwer ein Eingreifen in einen bereits bestehenden Krankheitsablauf sein kann, wird klar, wie wichtig es ist, rechtzeitig vorzubeugen.

Häkeln und Gesundheit

Beschäftigt man sich mit Stress wird schnell klar: vermeiden lässt er sich nicht- und längst ist auch nicht jeder Stress schön und erfüllend.Häufig ist er erschöpfend und überfordernd. Sich solchen Phasen zu entziehen ist kaum möglich, aber es gibt „Werkzeuge“ nach Phasen von Disstress, die negativen Effekte zu vermindern. Ein Schlagwort hierfür ist Resilienz- Wiederstandskraft. Und diese Resilienz kann man tatsächlich aktiv fördern- durch ein stärkendes Umfeld, durch Sport und auch durch Handarbeiten und andere Hobbies.

Handarbeiten helfen zu entspannen und stressige Situationen des Tages zu bewältigen. Die gleichbleibenden Bewegungen beispielsweise beim Häkeln, sorgen dafür, dass der Geist zur Ruhe kommen und mental Abstand vom Tag gewinnen kann. Auch der Arbeitsflow, also das vollkommende aufgehen in der Tätigkeit („nur noch eine Runde- Ups, drei Stunden später“) hat einen positiven Effekt auf das Gehirn. Im Vortrag von Dr.Edda Jaleel hat sie Handarbeiten mit einer Form der Meditation verglichen- und die Effekte seien vergleichbar.

Zusätzlich schüttet das Gehirn bei Tätigkeiten, die man als angenehm empfindet, Dopamin aus. Dieser Stoff macht glücklich und sorgt dafür, dass ihr die Tätigkeit wiederholt. Und gerade dieser Stoff sorgt dafür, dass Handarbeiten auch bei vorhandenen Problemen wie Angststörungen helfen können.

Häkeln und Gesundheit- wie Häkeln vor Depressionen, Burnout und mehr schützen kann

Häkeln als Gehirn-Training

Demenz und Alzheimer sind (vereinfacht dargestellt) Folgen von Gewebeschäden im Gehirn. Noch vor ein paar Jahren lautete der Tonus: Das Gehirn entwickelt sich bis in die Mitte der 20er und ab da baut es nur noch ab- man kann also lediglich den Abbauprozess verlangsamen, das war es aber schon. Dass sich aber auch neues Gewebe bilden kann ist erst eine neuere Entdeckung. Vielfältige Reize wie Spiele, Handarbeiten und generell aktive geistige Auseinandersetzungen mit Themen, kann eurem Gehirn helfen, fit zu bleiben und sogar noch ein wenig fitter zu werden.

Häkeln auf Rezept

Erste Ansätze für den therapeutischen Einsatz von kreativen Tätigkeiten gibt es schon lange – Musiktherapie und Werkstattbesuche sind ein etablierter Teil von stationären Therapieansätzen- mit genau den Zielsetzungen, die Dopaminproduktion im Gehirn wieder anzukurbeln, sich mit Erlebnissen kreativ zu befassen und Erfolgserlebnisse zu schaffen (natürlich gibt es noch viel mehr Ziele). Im ambulanten oder gar präventiven Bereich sieht es allerdings finanzierungsmäßig noch nicht so gut aus. Häufig müssen kreative Therapien, sofern sie nicht im stationären Rahmen erfolgen teils- oder voll vom Klienten selbst getragen werden und auch Handarbeitskurse stehen meines Wissens noch nicht auf einer besonderen Förderliste.

Zum Glück sind Häkeln und Stricken zu Beginn relativ kostenarm, so dass eine Förderung durch die Krankenkassen nicht unbedingt nötig ist, um die positiven Effekte zu erzielen.

Nichts destotrotz ist eine gute und umfassende medizinische Abklärung beim Auftreten von Symptomen einer psychischen Erkrankung oder einer diagnostizierten Erkrankung wichtig, sobald Handarbeiten als therapeutisches Mittel eingesetzt werden sollen.

Was ist Projekt Sinnvoll?

Der Vortragstag, auf dem ich eingeladen wurde, fand als Veranstaltung des „Projekt(s) Sinnvoll“ statt. Neben der Plus H, einem Großhändler für Kurz-und Handarbeitswaren, beteiligen sich die KKH, MyBoshi und Chironintegrativ daran.

Das Projekt Sinnvoll stützt sich auf 9 Gründe, Handarbeiten als Hobby zu pflegen oder zu beginnen. Diese 9 Pfeiler sind unter anderem: Gesundheit, Nachhaltigkeit und Lastervermeidung.

Die Fortbildung richtet sich an Fachhändler und Workshopanbieter und soll ihnen helfen, Handarbeitskurse besser zu vermarkten und neue Zielgruppen anzusprechen. Es geht im Kern darum den Fachhandel zu stärken und als lokalen Anbieter und Ansprechpartner zu verorten und neue finanzielle Optionen auf Förderung und Unterstützung aufzuzeigen. Das Stichwort das hier fiel, war „Handarbeit als anerkannte Präventions- und Therapiemöglichkeit“ zu stärken.

Dr. Edda Jaleel, welche den ersten Vortrag gehalten hat, dessen Informationen ich euch in diesem Artikel zusammengefasst habe, ist Neurowissenschaftlerin und beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen von Stress und der Prävention von Folgeerkrankungen. Die weiteren Vorträge drehten sich um Zielgruppen-Werbung und Vorgehen um neue Zielgruppen zu erreichen und wurden von Silvia Rasch (CrazySilvie) und Simon Schier gehalten.

Mein Fazit

Für mich waren keine vollkommen neuen Fakten dabei, vieles habe ich im Studium oder meinem Arbeitsalltag schon gelernt, gehört oder auch genutzt, trotzdem konnte ich besonders aus dem ersten Vortrag viel für mich mitnehmen, wie ergänzende Informationen und neue Sichtweisen. Eines meiner persönlichen Highlights war ein Gespräch nach dem eigentlichen Vortragsteil mit Simon Schier (Plus H), in dem es darum ging, ob und wie Kursangebote nach dieser wissenschaftlichen Untermauerung in Bildungseinrichtungen Fuß fassen können.

HAndarbeit und Gesundheit- so kann Häkeln dich dabei unterstützen gesund zu bleiben

Ich fand den Tag interessant und auch als Nicht-Fachhändler haben mich die Vorträge angespochen und abgeholt und ich konnte gut einen Bezug dazu finden. Meine Mitteilnehmer waren klasse und auch mir als einzigen Bloggerin im Raum offen gegenüber. Ziemlich sicher kann ich auch das ein oder andere des Tages nicht nur für meinen Blog nutzen, sondern auch für meine reguläre Arbeit.

Ich bin gespannt in welche Richtung sich das Projekt bewegt. Aus meiner Sicht war der Tag ein schöner, gut zugänglicher Einstieg ins Thema. Ob auf Basis des dort vermittelten Wissens nun wirklich Workshops mit gesundheitsförderndem Kernkonzept zustande kommen können, muss sich zeigen. Aber die Beteiligten deuteten schon an, dass es noch einen aufbauenden Kurs geben wird.

Ich wurde von Plus H auf das Event eingeladen. Vielen lieben Dank für die Möglichkeit am Projekt Sinnvoll teilzunehmen und tiefer ins Thema Gesundheitsförderung durch Handarbeiten einzutauchen. Mehr über Werbung auf dem Blog könnt ihr auch hier nachlesen

One thought on “Häkeln und Gesundheit

  1. Ich habe ja vor 4 Jahren ca. mich dem Handarbeiten wieder zugewandt, weil es mir schlecht ging, richtig schlecht. Der Job hat mich nervlich fertig gemacht. Einen Termin bei einem Psychologen, respektive Psychotherapeuten zu bekommen war utopisch, aber ich musste akut irgendwas haben, was mich wieder geerdet hat, mir geholfen hat, den Kopf frei zu bekommen, ohne medikamentöse Eingriffe. Was soll ich sagen, bis jetzt ist das meine weltbeste Möglichkeit (neben Autogenem Training), um mir selbst zu helfen. Gibt nichts besseres, als zu den Nadeln zu greifen und sich darauf zu konzentrieren. Das macht ruhig, man hat Erfolgserlebnisse und mir gehts ernsthaft besser.

    Von daher finde ich solch einen Ansatz super! Ich würde es echt begrüßen, wenn da Kurse/Maßnahmen ihren Platz finden und auch von den Krankenkassen getragen werden.

    Liebe Grüße
    Bine

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