Amigurumi- Was ist das?

(Werbung/ Kooperation mit RikoDesign) „Amiguru-waaaaas?“ So sind oft die Reaktionen, wenn ich jemandem erzähle, was ich gerade häkle (wenn derjenige nicht auch das Hobby Häkeln hat).

Aber was sind denn Amigurumi nun genau und was macht man mit Ihnen? Alles, was ihr über Amigurumi wissen solltet, verrate ich euch hier.

Amigurumi sind im Grunde nichts anderes als kleine gehäkelte Figuren- ob Tiere, Menschen, Monster oder Essen. Aber hey, Amigurumi klingt einfach viel cooler als Häkelpuppe- wie ich finde.

Das Wort „Amigurumi“ und der dazugehörige Trend stammt aus Japan. Bei der Übersetzung des Wortes finden sich verschiedene Bedeutungen. Entweder setzt sich Amigurumi aus den Worten amu (oder ami) zusammen, was sowohl Stricken als auch Häkeln bedeutet und nuigurumi, was ausgestopfte Puppe bedeutet. Eine andere Interpretation sagt kurumu, was sich als verpacken übersetzen lässt, ist der zweite Ursprung des Wortes. Mich überzeugt am ehesten die Kombination aus ami und nuigurumi, da dies genau den Kern der Sache trifft, denn es handelt sich um gestrickte oder gehäkelte Puppen, die mit Watte ausgestopft wurden.

Herkunft

Die ersten Amigurumi stammen aus Japan. Vermutlich konnten sich dank der Handelsbeziehungen zwischen Japan und Dänemark auch Handarbeitstechniken wie Häkeln und Stricken in Japan etablieren. Einen wirklichen Boom erlebte das figürliche Häkeln im Zuge der Entwicklung von verniedlichten Figuren (Chibis) wie beispielsweise Hello Kitty.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von tollen Amigurumi Designs. Ob nun Tiere und Fantasiewesen oder Lebensmittel mit aufgesticktem Gesicht- die Auswahl ist riesig. Weiter unten habe ich euch ein paar der Anleitungen verlinkt die ich persönlich zauberhauft finde.

Material

Wenn ihr Amigurumi häkeln möchtet, dann braucht ihr neben einer Häkelnadel und dem passenden Garn oft noch Füllwatte, Sicherheitsaugen und eine Stopfnadel.

Welches Garn ihr für Amigurumi verwenden möchtet, hängt von eurem persönlichen Geschmack ab. Ich nehme gerne ein Woll-Poly-Gemisch, da ich die Farben einfach toll finde und es mir ein bisschen besser von der Nadel flutscht als z.B. Baumwolle. Wenn ihr aber lieber mit Baumwollgarn arbeitet, dann findet ihr inzwischen viele tolle Farben im Handel.

Ich habe für meine Puppen immer Sicherheitsaugen im Internet bestellt, ähnlich wie die Füllwatte, die ich nutze.

Verwendung

Klar, Puppen sind was für Kinder- ganz klar- oder? Naja, bei Amigurumi stimmt das nicht ganz. Klar ist es ein tolles Spielzeug für Kinder, aber auch Erwachsenen kann man damit eine kleine Freude bereiten.

Wenn ihr ein kleines Design nehmt, oder Garndicke und Nadelstärke reduziert bekommt ihr nicht nur eine Puppe, sondern auch einen Schlüsselanhänger oder eine Brosche (so habe ich es z.B. mit meinem Einhorndonut gemacht)

Tipps und Tricks

Mit einigen Tipps und Tricks verleiht ihr euren Amigurumi das Gewisse etwas.

Luftmaschenring

Beginnt die Startrunde3 bei Amigurumi mit einem Luftmaschenring, statt einer Luftmaschenkette. Der Ring (auch Magic Ring) lässt sich so zuziehen, dass kein unnötiges Loch entsteht und man später die Füllwatte nicht durchblitzen sieht.

Kleinere Nadel

Auf Garnbanderolen stehen immer die empfohlenen Nadelstärken. Um eine schön dichte Oberfläche zu erhalten, wählt ihr für ein Amigurumi am besten immer eine noch kleinere Nadelstärke als das empfohlene Minimum. Sind die Maschen zu locker, kann man die Füllwatte später durchsehen.

Spirale

Arbeitet spiralförmig an eurem Amigurumi, das heißt: Beendet nicht jede Runde mit einer Kettmasche um mit einer Luft(Steige-)masche die nächste Runde zu beginnen. Dieses Ende einer Runde erzeugt eine deutlich sichtbare „Naht“ in eurer Häkeltextur, die später wirklich unschön auffällt. Nutzt viel lieber einen Maschenmarkierer um den Rundenbeginn nicht aus dem Auge zu verlieren und arbeitet spiralförmig.

Füllwatte +

Beim Häkeln fallen überhängende Fäden an, die später abgeschnitten werden und entsorgt werden müssen. Statt diese gleich in den Müll zu werfen, könnt ihr übrig gebliebene Fäden auch einfach zur Füllwatte dazugeben.

Schwerkraft

Soll die Puppe später aufrecht sitzen oder hat sie einen zu schweren Kopf und Kippt schnell um, füllt den unteren Teil der Puppe mit einem Säckchen mit Sand. Näht das Säckchen unbedingt gut zu, damit später nichts ausläuft.

Unsichtbare Abnahmen

Unsichtbare Abnahmen häkeln zu können ist wichtig, wenn es ans Häkeln von Amigurumi geht. Eine gute Erklärung findet ihr unter anderem hier.

Make-Up

Um Bäckchen auf das Amigurumigesicht zu zaubern könnt ihr Rouge oder Textilmaler nehmen. Wofür ihr euch entscheidet hängt davon ab, ob das Amigurumi ein Anschau-Objekt oder ein Kuschelobjekt werden soll.

Markierungen

Stecknadeln sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Sicherheitsaugen zu setzen. Manche Sicherheitsaugen hinterlassen unschöne Löcher in der Textur, daher ist es sinnvoll vorab zu überlegen, wohin die Augen sollen.

Sichere Augen

Sicherheitsaugen halten Bombenfest, wenn ihr den hinteren Teil (also der, der Später in der Puppe verborgen ist) mit einer Flamme anschmelzt und flach drückt (Vorsicht, Verbrennungsgefahr)

Die Frage der Fragen

Wenn ihr unsicher seid, ob Amigurumi das richtige für euch sind könnt ihr mit kleinen Knäulen ausprobieren, ob ihr damit zurecht kommt.

Arme und Beine

Wenn ihr Arme und Beine anbringt, sollten diese idealerweise (oft) auf gleicher Höhe sein. Um euch zu orientieren, zählt die Linien in der Häkeltextur. Diese dienen gut als Hilfsmittel um den Körper symmetrisch zu ergänzen.

Zählen

Sofern das Design, das ihr umsetzt feste Maschenanzahlen vorgibt, solltet ihr immer nachzählen, ob eure Maschen auch übereinstimmen. Ich setze diesen Tipp ans Ende meiner Liste, denn er ist zwar sehr wichtig, aber ich bin selbst keine große Zähltante und meine eigenen Designs haben oft keine absoluten Maschenzahlen für die Runden vorgegeben(- und funktionieren trotzdem).

Meine liebsten Amigurumi Designer

Ich arbeite zwar selten nach fremden Designs, das hindert mich aber nicht daran, sie anzuschmachten oder mich in fremde Designs zu verlieben.

Amigurumei: Ich folge ihr schon eine Weile und Ihre Designs sind super goldig- die Anleitungen findet ihr hier.(engl.)

Marblerie: Bei Martyna findet ihr eine ganze Menge toller und süßer Designs. Schaut mal hier vorbei.

YippieyippieYarn: Christinas Anleitungen sind super schön und ich liebe ihren Stil einfach- und auch sonst ist sie ne total Liebe. Zu ihrem Blog kommt ihr hier.

Einschlafzauber: Ich liebe die Designs von Andrea einfach und umso mehr freue ich mich, dass sie ihre Anleitungen nun auch wieder verkauft. Ihre Anleitungen findet ihr hier. (Kaufanleitungen)

Das Garn, das ihr im Beitrag seht, habe ich an der H+H von RikoDesign bekommen. Mehr Infos zur Werbekennzeichnung auf meinem Blog findet ihr auch hier.

4 thoughts on “Amigurumi- Was ist das?

  1. Liebe Jasmin!
    Dein Beitrag ist wunderbar! Obwohl ich schon so lange Amigurumi mache, habe ich noch etwas gelernt. Ich liebe deinen Stil zu schreiben und deine Glossar-Beiträge einfach! Und ich danke dir für deine liebe Erwähnung und dein Riesenlob zu meinen Arbeiten!
    Ganz liebe Grüße,
    deine Christina

    1. Liebe Christina, danke für dein liebes Feedback zum Beitrag- und zu meinen Glossarbeiträgen. Ich frue mich, dass dir der Stil gefällt.
      Liebe Grüße
      JAsmin

  2. Ich bin noch relativ neu beim Thema häkeln. Amigurumi habe ich schon ein paar Mal gelesen und wusste auch, dass es Puppen sein sollen, allerdings habe ich mich noch nicht dran gewagt. Aber nach deinem Artikel muss ich das echt einmal versuchen-ich denke deine Tipps werden da sicher zum Einsatz kommen.

    deine Leo

    1. Hallo Leo,
      keine Sorge, Amigurumi sind nicht so schwer zu machen, wie es von außen aussieht.
      Es freut mich, wenn mein Beitrag dir ein bisschen die Unsicherheit nehmen kann.

      liebe Grüße
      Jasmin

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