Miniaturen Häkeln- Teil 2

Seit dem letzten Miniaturen Beitrag hat mich die Mini-Welt irgendwie nicht mehr losgelassen. Aus diesem Grund gibt es heute nochmal einen umfassenderen Artikel zum Thema „Miniaturen Häkeln“.

Seit meinem letzten Beitrag übers Micro-Häkeln bin ich nur schwer wieder von der Nadel weggekommen. Ich habe eine Technik gefunden, wie ich mit meiner 0.6 Nadel besser zurecht komme und schöne Blumen häkeln kann.

Micro-Häkeln, was ist das?

Micro-crocheting oder Micro-häkeln ist eine besondere Technik um besonders kleine Figuren oder Häkelstücke herzustellen. Oftmals nutzt man dazu sehr dünne Fäden wie Nähgarn, feine Stickseide oder aufgezwirbelte Stickgarne. Die fertigen Stücke haben oftmals eine Größe von nur ein paar Zentimetern oder Millimetern. Damit sind die Häkelwerke besonders geeignet für Schmuckstücke.

Was braucht man dafür?

Besonders wichtig ist die Häkelnadel- je kleiner die Nadel, desto feiner könnt ihr häkeln. Meine feinste Nadel hat eine Stärke von 0.6- ich bin aber immer auf der Suche nach noch feineren Nadeln (Habt ihr Tipps für mich?).Auf verschiedenen Mini-Häkelblogs habe ich aber auch schon 0.3-0.4 Nadeln gesehen- es geht also noch kleiner.

Ich benutze gerne Nähgarn, da die Farbauswahl schier unendlich scheint. Gäbe es diese Farbauswahl auch bei normaler Wolle wäre ich seelig- und arm…. ganz sicher wäre ich arm. Aber die Anschaffung von Nähgarn ist zum Glück recht kostengünstig- Flohmarktfunde, Stoffmarkt Holland und Schätze aus Omas Nähkiste- es gibt viele Möglichkeiten sich eine kleine Sammlung aufzubauen.

Zudem ist es immer gut Schmuckelemente zuhause zu haben, wie Perlen, Amulette, Anhänger. Und auch Sekundenkleber darf nicht im Mini-Kit fehlen. Neben dem Material braucht ihr zudem noch einiges an Geduld, Geschick und gute Augen.

Wie kommt man an Anleitungen?

Ihr solltet gute Augen haben, denn sonst macht das Ganze wirklich keinen Spaß- und auch ein wenig Übung schadet hier nicht. Sonst unterscheidet sich das Häkeln mit Nähgarn kaum vom arbeiten mit normaler Wolle. Ihr könnt für die meisten Figuren die normalen Anleitungen hernehmen- und statt normaler Wolle nehmt ihr Nähgarn und eine passende Nadel. Am besten steigt ihr mit Blumen und anderen einfacheren Motiven ein. Keine Sorge, wenn es am Anfang nicht perfekt aussieht- meine ersten Versuche waren auch alles andere als schön.

Meine Nadel ist relativ groß, wenn ich mit einem normalen Nähfaden häkeln möchte- darum nehme ich das Nähgarn doppelt- so erhalte ich die nötige Garnstärke und meine Arbeiten haben keine so großen Löcher.

Einsatzmöglichkeiten

Ich benutze meine kleinen Werke oft für Schmuck- ob nun als Ohrringe, Kette oder in einer kleinen Glaskugel- die Mini-Häkeleien sorgen als Geschenk immer für einen „Ohhhh-Ahhhhh“ Effekt. Wenn ich Blumen häkle und sie auf einen Blumenkranz oder Ohrringe anbringen möchte, nutze ich Sekundenkleber, denn dann halten die Stücke bombenfest, sind schnell trocken und halten auch ein bisschen was aus. Kleine Spitzendeckchen können aber auch eine schöne Deko für Geschenkkarten und Co. sein.

Was man noch beachten sollte

Falls ich es noch nicht oft genug geschrieben habe: Häkeln mit Nähgarn und Mini-Häkelnadeln ist verdammt fummelig und fizzelig. Nach wenigen Minuten tun die Handgelenke ordentlich weh- denn um die kleinen Stücke zu halten braucht es einiges an Fingerspitzengefühl- und man verkrampft beim Halten leicht. Nach ein paar mehr Minuten beginnen die Augen zu brennen und mehr als eine viertel Stunde ist es nicht empfehlenswert ohne Pause zu arbeiten. Wer ohnehin schon Probleme mit den Augen hat, sollte lieber gleich eine Lupe benutzen.

Es braucht einiges an Übung, bis die Stücke gleichmäßig werden- und nicht löchrig oder als Garnklumpen enden. Wenn ihr kleine Figuren häkelt, müsst ihr berücksichtigen, dass auch das Füllen des Stücks mit Füllwatte zu einer wahren Fingerübung werden kann. Ich forme mir kleine Kügelchen und stopfe sie mit einer größeren Häkelnadel in die Form. Auch fülle ich nicht ganz so prall, wie ich es mit einem normalgroßen Amigurumi machen würde.

Beim Minihäkeln arbeite ich oft mit Knoten, statt Fäden aufwendig zu vernähen. Aufgrund ihrer Größe müssen viele Figuren keine so große Belastung aushalten. Kleine Perlen fixiere ich oft mit Sekundenkleber. Dieser muss sehr sparsam benutzt werden, denn sonst versteift sich die Figur oder Blume so stark, dass man doch wieder einen Klumpen bekommt.

Mini-Häkelstücke sind nun nicht gerade etwas alltägliches und sicher nicht für jeden geeignet- aber wer sich überwinden kann und bereit ist, diese extrem fummelige Technik auszuprobieren wird schnell feststellen, dass es sich zu einer richtigen Sucht entwickeln kann. Mit jedem Stück wird man geschickter und will nochmal eine komplexere Form ausprobieren- und ich finde es lohnt sich, trotz schmerzender Handgelenke.

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