Seit 2020 dümpelt dieser Blog auf eine beeindruckende Art und Weise vor sich hin. Alle paar Monate packt mich das Fieber, ich verfasse ein bis drei Artikel und verliere mich in meinem eigenen Anspruch. Aber so wirklich hab ich nie wieder in meinen Flow von 2019 gefunden – die Antwort auf die Frage ist also vermutlich: Ja. Ich hab mein Blog-Mojo zwischen Corona und meinem Job irgendwann einfach verloren. Aber was mach ich nun mit dieser Erkenntnis?

Wie geht es mojo dem Blog hier weiter

Wir schreiben nun 2026 – seit 12 Jahren existiert mein Blog nun schon. Von 2014 bis 2019 war ich auch konstant auf einem aufsteigenden Pfad – Bloggertreffen, Mitarbeit an Büchern, einen kleinen Mini-Status als Expertin (zumindest in meinem kleinen Kosmos). In dieser Zeit war ich getrieben: besserer Mehrwert, bessere Bilder, hilfreicherer Content, aber auch: mehr lernen, mehr erfahren, mehr Wissen. Und dann kam Corona, eine neue Position in einem Bereich, der während Lockdowns einmal komplett umgekrempelt wurde, und ich musste mich nicht nur in die Standart-Aufgaben reinfuxen, sondern auch noch in alles Neues – mein Blog blieb wegen meiner zugegeben schlechten Life-Work-Balance-Entscheidungen auf der Strecke. Und so ist es geblieben.

Gibt es überhaupt noch was zu schreiben?

Hier auf dem Blog findet ihr zahlreiche Deep-Dive-Artikel über Mulesing, Materialkunde, die Geschichte des Häkelns, Nachhaltigkeit und vieles mehr. Und wann immer ich überlege, dieser Seite neues Leben einzuhauchen, renne ich mit Volldampf gegen zwei Wände. Wand Nummer 1 hat die fette Aufschrift: „Gibt es ein Thema, dass ich noch nicht behandelt hab?“ Und finde ich einen Weg drum herum oder drüber, pralle ich quasi sofort in die nächste Wand, die aus meinem eigenen Anspruch besteht. Wenn ich schon schreibe, dann soll das nämlich auch Mehrwert haben. Und so drehe ich mich im Kreis. Finde ich ein Thema, dass ich cool finde, will ich unbedingt einen guten Artikel dazu schreiben und bin dann am Ende unzufrieden und lasse es dann doch wieder gut sein.
Das, was mir 2019 noch einfach vorkam, weil ich Routine und Ideen hatte, wirkt heute wie eine monumentale Aufgabe, bei der ich irgendwann die weiße Flagge hisse.
Gibt es noch was, worüber ich schreiben könnte? Vermutlich ja, aber vielleicht sollte ich in Zukunft nicht so sehr versuchen, nach den großen Themen zu greifen, sondern eher mit kleineren Dingen beginnen.

Ist ein Blog 2026 noch relevant?

Zwischen Reels und Shorts, Youtube Videos und Podcasts ist ein Blog irgendwie ein Relikt aus einer anderen Zeit – langsamer, nicht passiv konsumierbar – und damit irgendwie „out“. Zumindest fühlt es sich so an.

Sind blogs Oldschool
Aber anscheinend finden doch noch immer Menschen den Weg hier her, lesen Beiträge und kommentieren fleißig (auch wenn ich mit dem Freischalten der Kommentare lange nicht so hinterher komme, wie es wünschenswert wäre).
Und ich habe auch durchaus Spaß, Neues auszutesten, mit Videoschnitt zu experimentieren, Handschrift über Bilder einzufügen und vieles mehr – nur schaffe ich es nicht, eine tragfähige Basis zu finden, die mich länger als ein paar Tage dabei hält. Auf Youtube zu wechseln fällt damit aus – und auch einen Podcast wird es nicht von mir geben (zumindest nicht in naher Zukunft). Und finanziell muss ich mich nicht auf ein Handarbeitsbusiness stützen.

Was nun?

Erfahrungsgemäß wird nach diesem Beitrag noch ein oder zwei Artikel erscheinen, und dann sumpfe ich wieder ab. So lief es zumindest in der Vergangenheit immer wieder. Darum werde ich an dieser Stelle definitiv nicht schwören, dass 2026 mein Blogjahr wird – denn das würde mich direkt wieder in die gleiche Ecke manövrieren, aus der ich gerade versuche auszubrechen. Was also dann?

Ich will mehr Experimente wagen, coole Projekte umsetzen, und dazu gehört auch, dass hier vielleicht auch mehr Unperfektes erscheint – so wie dieser kleine Artikel, der sich schrecklich unrund anfühlt, aber eben doch auch echt.
Ich habe nach wie vor Lust auf Deep-Dives und Artikel mit Hintergrundrecherchen, aber vielleicht tut es mir und meinem Blog auch ganz gut, mal wieder ein bisschen wie 2014 zu denken, als das Ganze hier noch in den Kinderschuhen steckte und ich gefühlt mit jedem Beitrag ein bisschen mehr entdeckt habe, was ich möchte und was mir wirklich gefällt.

Falls ihr Lust habt, schaut doch gerne hin und wieder vorbei, nicht weil ich euch verspreche, dass es hier die besten und schönsten Häkelanleitungen gibt, oder damit ihr was weltbewegend neues übers Handarbeiten lernen könnt, sondern einfach nur um zu sehen, wohin sich das Ganze hier entwickelt.

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